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Kälte kurbelt die Fettverbrennung an

22.10.2020 von health TV

Kälte kurbelt die Fettverbrennung an

Kalte Umgebungstemperaturen lassen den Vitamin A-Spiegel bei Menschen und Mäusen ansteigen. In der Folge kommt es zu einer Umwandlung von weißem in braunes Fettgewebe, wodurch Fettverbrennung und Wärmeproduktion angeregt werden. Diese Ergebnisse einer aktuellen Studie der MedUni Wien scheinen ein vielversprechender Ansatz in der Behandlung von Adipositas zu sein. Die Forschungsgruppe um Florian Kiefer blockierten den Vitamin A-Transporter „Retinol-bindendes Protein“ durch Genmanipulation bei Mäusen und stellten fest, dass der durch Kälte vermittelte Vitamin A-Anstieg und auch das „Browning“ des weißen Fetts gehemmt wurde: „Die Folge war eine Abnahme der Wärmeproduktion und Fettverbrennung, sodass sich die Mäuse nicht mehr ausreichend gegen die Kälte schützen konnten“, so Kiefer. Hingegen führte die Zugabe von Vitamin A in menschlichen weißen Fettzellen zu einer Ausprägung brauner Fettzelleigenschaften mit vermehrter Stoffwechselaktivität und Energieverbrennung. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Vitamin A eine wichtige Rolle in der Funktion des Fettgewebes spielt und Einfluss auf den Energiestoffwechsel hat. Das heißt allerdings nicht, dass man einfach ungezügelt Vitamin A-Supplemente zu sich nehmen soll, da es vor allem darauf ankommt, dass es zur richtigen Zeit zu den richtigen Zellen transportiert wird“, erläutert der MedUni Wien-Wissenschaftler. „Wir haben einen neuen Mechanismus entdeckt, wie Vitamin A in die Wärmeproduktion eingreift und die Fettverbrennung während der Kälte ankurbelt. Das könnte uns helfen, in Zukunft therapeutische Interventionen zu entwickeln, die genau diesen Mechanismus ausnutzen.“

Quelle: Intact vitamin A transport is critical for cold-mediated adipose tissue browning and thermogenesis. Fenzl A, Kulterer OC et al. DOI: 10.1016/j.molmet.2020.101088

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